Captain Marvel – Kritik

Filme, Kritik 8. März 2019

Full Disclosure: ich bin etwas vorbelastet, weil ich 5 Monate lang an dem Film gearbeitet habe.Captain Marvel - Kritik
Vers lebt auf Hala, einem Planeten der Kree und ist eine Art Soldatin, die noch im Training ist. Sie hat die Fähigkeiten und Probleme mit Impulskontrolle. Außerdem wird sie von wiederkehrenden Träumen geplagt, die (zumindest für den Zuschauer) offensichtlich auf der Erde spielen. Vers und ihre Kriegerkollegen gehen auf eine geheime Mission, die so schief läuft, dass Vers entführt wird. Nachdem sie sich selbst befreit hat strandet sie mit ein paar Bösewichten, den Skrulls auf der Erde. Dort trifft sie auf Nick Fury und Agent Coulson von Shield. Es beginnt ein Wettlauf mit den Skrull, die auf der Erde eine geheime Technologie suchen, in dessen Verlauf Vers die Wahrheit über ihre Vergangenheit auf der Erde erfährt und herausfindet, wem sie wirklich vertrauen kann.
Leider hat der Film so viele Probleme, dass ich gar nicht recht weiß, wo ich anfangen soll. Kommen wir daher erstmal zu den guten Dingen.
Samuel L. Jackson hat sichtlich Spaß mit seiner Rolle als junger Fury, der noch beide Augen hat und nichts weiß von Superhelden oder Außerirdischen. Seine digitale Verjüngung funktioniert meist großartig. Wie üblich bei Marvel gibt es ein paar richtig gute Lacher. Vers (Captain Marvel) und Nick Fury sind ein lustiges (bis albernes) Team.
Was die Autoren und Regisseure des Films leider überhaupt nie wirklich hinbekommen haben ist die Einführung irgendeiner Figur oder der Welt. Das ist auch der Grund, warum die ersten 30 Minuten des Films zum Fremdschämen schlecht sind, denn da sollten wir eigentlich die handelnden Personen und ihre Situation kennenlernen. Stattdessen bekommen wir unmotivierte Dialoge ohne Subtext, die erfolglos versuchen, den Plot zu erklären. Ein weiteres großes Problem ist das fehlende Gefühl für Raum und Zeit. Der Film wirkt insgesamt, als sei er auf Karteikarten entstanden: Es wurde eine Reiher potentiell cooler Szenen geschrieben und dann haben sie geschaut, wie sie die lose verknüpfen können. Zum Beispiel klaut die Heldin ein Motorrad und fährt geradewegs zu einem Ort, den sie aus einer Erinnerung kennt, und Nick Fury ist schon da, obwohl er nicht mal direkt ihre Verfolgung aufgenommen hatte, sondern noch bei einer Alienautopsie war, bei der er für einen Lacher den Penis des Aliens sehen musste. What?Captain Marvel - Kritik
Letztlich sollte der Film einen Zweck erfüllen: wir sollten sehen, wie mächtig Captain Marvel ist, was ihm auch kurz vor Schluss einigermaßen gelingt in einer Sequenz die trotz der sehr schwachen visuellen Effekte Spaß macht.
Ich hoffe inständig, dass ich meine Meinung nach einer zweiten Sichtung ändern kann, aber im Moment würde ich sagen, dass Captain Marvel der schwächste Film im Marvel MCU ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.