Cybertruck – Gedanken

Allgemein, Kommentar 27. November 2019

Nachdem Elon Musk neulich Teslas absurd anmutenden Cybertruck vorgestellt hat, haben sich einige Leute zu spontanen und allgemeinen Kritiken an Tesla und SpaceX hinreißen lassen, die bei mir auf komplettes Unverständnis stießen. Um mich nicht in mühsamen Chats und Kommentarspalten mit allen Leuten auseinanderzusetzen, die das Thema anders sehen als ich, schreibe ich hier einfach mal meine Reaktionen zusammen.

Cybertruck - Gedanken

„Tesla und SpaceX wollen nur Kohle machen!“
Nichts, was Musk bisher irgendwo geschrieben oder gesagt hat, deutet auch nur im Entferntesten darauf hin. Nach eigener Aussage, macht er sich große Sorgen um die Zukunft der Menschheit und arbeitet in allen möglichen Bereichen daran, diese zu verbessern.

„SUVs sind aber totaler Schwachsinn und Luxus!“
Ja, stimmt. Teslas im Allgemeinen sind bis jetzt noch Luxusgüter und genau das wäre für mich auch ein Grund, keinen zu fahren. Aber es war von Anfang an das erklärte Ziel von Tesla, erschwingliche Fahrzeuge über Luxus zu finanzieren. Die Infrastruktur für die Herstellung und das Auftanken von E-Fahrzeugen musste irgendwie finanziert werden und der einzig logische Weg ist der über Luxusgüter. Das war schon immer bei jeder technischen Innovation so. Reiche Leute hatten immer alles zuerst bis es erschwinglich war.

„Es reicht doch nicht, einfach alles auf erneuerbare Energien umzurüsten!“
Sondern? Natürlich ist das der Beste Weg. Je mehr wir von Fossilen Brennstoffen wegkommen, desto größer die Motivation mit der neue Technologien erforscht werden. Es wäre Unsinn, die perfekten E-Fahrzeuge heimlich im Labor zu entwickeln und dann irgendwann in 20 Jahren auf den Markt zu bringen. Wer sollte das finanzieren?

„Aber die Produktion von E-Fahrzeugen belastet die Umwelt!“
Und deswegen sollte man lieber nichts tun? Es geht nicht darum, dass diese Fahrzeuge die nächsten 50 Jahre halten. Es geht darum Akzeptanz und Infrastruktur für Systeme zu schaffen, die unzweifelhaft auf lange Sicht besser für die Welt sind.

„Wir haben die Probleme aber jetzt! Es dauert zu lange, bis wir alle Probleme der E-Fahrzeuge in den Griff kriegen!“
Ähm… also ist der Vorschlag, erstmal… nichts zu tun? What?

„Verzicht wäre ein viel besserer Weg als zukunftstaugliche Luxusgüter!“
Menschen verzichten aber nicht von sich aus. Dieses Jahr haben ein paar Leute verstanden, wie schlimm es um das Klima steht und in Umfragen behauptet, sie würden „aufs Fliegen verzichten“. Rate mal, wieviele Leute tatsächlich verzichten! Nicht mal annähernd genug. Und selbst wenn wir eine Diktatur ausrufen wollten und alle zu Personal Greening zwingen, würde das immer noch nicht annähernd reichen um einen Nachhaltigen Umschwung herbeizuführen. Der einzig denkbare Weg ist es, innerhalb des Systems eine Motivation zur Änderung zu schaffen. Das geht mit finanziellen Anreizen für die Industrie und Luxusgütern für die Bevölkerung. Fair Trade Mode ist häufig besser designed, die Lebensmittel gesünder und teuerer, genau aus dem selben Grund. Es muss ein Anreiz geschaffen werden, damit die Gesellschaft insgesamt umschwenkt.

„Aber SpaceX schießt dauernd Raketen ins All! Das ist doch nicht umweltfreundlich!“
Seit Jahrzehnten predigen Leute wie Carl Sagan, Neil DeGrasse Tyson und Bill Nye, wie wichtig das Space Race für die Entwicklung technischer Innovationen war und wie positiv der Effekt ist, die Menschheit hinter wissenschaftlichen Zielen zu vereinen.
Und ganz im Ernst: Umweltbelastung?? Das was SpaceX bis jetzt erreicht hat spart der Raumfahrt jetzt schon so viele Ressourcen. Und selbst wenn nicht: Die paar Raketenstarts wird man in keiner Umweltbilanz messen können.

„Die bringen ja nichtmal Satelliten ins All, die wollten nur Kohle mit Touristen machen!“
Auch hier geht es wieder um Weiterentwicklung von Technik und Infrastruktur. Firmen und Privatpersonen, die Geld in die private Raumfahrt stecken, werden letztlich die Zukunft der selben ermöglichen. Und selbst wenn das Hauptziel Weltraumtourismus wäre, hat die Raumfahrt durch SpaceX und andere Private Unternehmen einen unglaublichen Sprung nach vorne gemacht, der in der Zukunft der Menschneit garantiert messbar sein wird.

„Aber warum muss denn immer dieser Medienrummel sein?“
Ja, der muss sein. Der ist für viele Menschen unterhaltsam und spannend. Es gibt der Firma ein positives Bild in der Öffentlichkeit und motiviert Investoren. Wenn ich es könnte, würde ich auch mein Cabrio ins All schießen. Und wenn sich irgendein Prolet einen goldenen Tesla kauft und damit ermöglicht, dass in naher Zukunft billige Teslas für Jedermann auf den Markt kommen, nehme ich das gerne in Kauf.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass ich wirklich keinen einzigen der vorgebrachten Kritikpuntke auch nur annähernd Ernst nehmen kann. Tesla bringt seit Jahren Schwung in die Industrie der E-Fahrzeuge. Das war das erklärte Ziel mit einer klar definierten Strategie. Die Firma ist noch nicht einmal davon abgewichen und hat all ihre Ziele (teils mit einiger Verspätung) bis jetzt erreicht. Was ist also die Kritik? Das die Firmen hin und wieder Publicity Stunts machen? Dass sie sich mit ihren teuren Produkten an wohlhabende Kunden wenden? Das gleiche gilt für SpaceX, nur dass die technischen Innovationen hier noch größer sind.

Mich machen diese Diskussionen einfach müde. Wenn Du denkst, dass dein Papierstrohhalm mehr für die Welt tut als Elon Musk, dann haben wir uns vielleicht einfach nicht so viel zu sagen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.