Geistkrieger: Feuertaufe

Bücher, Kritik 17. Januar 2019

 

Geistkrieger: Feuertaufe

Geistkrieger von Sonja Rüther war (wie viel andere Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe) eine Empfehlung der Phantastik Bestenliste. Nachdem der unglücklich gewählte Titel mich eine Weile vom Lesen abhielt, konnte ich mich doch schließlich durchringen und habe es nicht bereut. Der Roman spielt in einer alternativen Gegenwart, in der es den Europäern nie gelang, Amerika zu Besiedeln. Ohne den Einfluss der Europäer entwickelte sich der Kontinent zu einem Utopia, in dem die technologische Entwicklung in Einklang mit der Natur stattfand und den Rest der Welt weit hinter sich lies.
Die Geschichte folgt dem schottischen Personenschützer Finnley, der in einen mächtigen Klan der Powtankaner (wie sich die amerikanischen Ureinwohner selbst nennen) einheiraten möchte. Dazu muss er sich aber erst einmal seinem zukünftigen Schwiegervater und seinen neuen Kollegen bei der Polizei zu beweisen. Zu allem Überfluss wird er in eine Sondereinheit für „spirituellen Missbrauch“ gesteckt, ein Gebiet für das ihm jegliches Verständnis fehlt. Die „Geistkrieger“ werden mit der Aufklärung einer brutalen Mordserie betraut, mit der selbst die erfahrenen Kollegen überfordert zu sein scheinen.
Sonja Rüther entwirft eine schöne Welt, die gefüllt ist mit interessanten Charakteren, faszinierender Technik und schöner Spiritualität. Leider hat man nicht immer Zeit, diese Welt zu genießen, da die Handlung ein enormes Tempo vorlegt, durch die das Buch aber immer spannend bleibt. Ein wenig enttäuschend fand ich auch den Cliffhanger am Ende, da das Buch somit keinen befriedigenden Abschluss hat – und das sollte auch beim ersten Band einer Reihe möglich sein.
Trotzdem gebe ich eine klare Leseempfehlung für diesen einzigartigen Genremix aus Fantasy, Sci-Fi und Krimi. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil.

Anti Social Media

Kritik, Social Media, Video 10. Januar 2019

Derek von Veritasium legt hier schön dar, warum er gegen soziale Medien ist und ich finde das alles sehr einleuchtend. Ich würde niemandem in seine Benutzung von Instagram, Twitter und Co reinreden, aber wenn eure Stimmung auch unter diesen Plattformen leidet, findet ihr hier vielleicht die fehlenden Argumente, um euch von diesen Vernichtern von Zeit und Lebensqualität abzuwenden.  😉

Ich würde im Übrigen pauschal alle Videos von Veritasium und Veritasium2 empfehlen.

Broken Earth – The Fifth Season (Kritik)

Bücher, Kritik 9. Januar 2019

TL;DR: Episch, spannend, bewegend – heute noch Kaufen!

The Fifth Season (Zerrissene Erde) ist das erste Buch der Broken Earth Trilogie von N. K. Jemesin. Es spielt in einer Post-Apokalyptisch-Mittelalterlichen Welt, die von regelmäßigen Katastrophen wie Erdbeben und Vulkanausbrüchen heimgesucht wird und die von den Spuren vergangener Zivilisationen übersäht ist. In dieser Welt gibt es Menschen, die eine magische Verbindung mit der Erde haben. Sie können das gefährliche Aufbäumen der Erde nicht nur spüren, sondern sogar unterdrücken oder heraufbeschwören. Diese Kräfte lösen in den normalen Menschen viel Angst und damit automatisch Hass aus.
Die Handlung beginnt damit, dass einer dieser besonderen Menschen den ganzen Kontinent der Länge nach aufreißt und damit eine sogenannte „Fünfte Jahreszeit“ auslöst, wie die Menschen eine Katastrophe von globalem Ausmaß nennen.
Die Geschichte wird aus der Perspektive von drei Frauen erzählt, die über diese besonderen Fähigkeiten verfügen. Damaya ist ein kleines Mädchen, die in die Obhut eines Guardians genommen wird, nachdem ihre Familie ihre Kräfte entdeckt und sie verstoßen hat. Wir folgen ihrem Weg zum Fulcrum, wo sie ausgebildet und streng kontrolliert wird. Syenite ist bereits fertig mit der Ausbildung und begibt sich auf eine Mission, die weit gefährlicher ist als sie anfänglich schien. Essun ist die dritte im Bunde, sie lebt unerkannt in einer kleinen Stadt, bis sie eines Tages ihren toten Sohn findet, der offensichtlich von ihrem Ehemann ermordet wurde. Mit diesen drei Frauen entdeckt man die fantastischen und schrecklichen Geheimnisse einer sternbenden Welt, die N. K. Jemesin ausschließlich durch die Augen ihrer Protagonistinnen beschreibt und somit ausschweifende Erklärungen und Geschichtsstunden vermeidet, die sonst in diesem Genre so verbreitet sind. Es gelingt ihr dabei, sowohl die tiefsten Gefühle als auch die größten wortwörtlich Weltbewegenden Momente in so schöne Worte zu verpacken, dass einem bisweilen den Atem stockt.

Seit Ann Leckie’s Ancillary Justice hat mich kein Buch mehr so begeistert und bewegt.

Copyright The Verge

Die anderen zwei Bücher der Trilogie werde ich nicht gesondert beschreiben. Wer das erste gelesen hat, wird den Rest ohnehin lesen wollen und nicht enttäuscht sein.

Mortal Engines (Kritik)

Filme, Kritik 9. Januar 2019

Mortal Engines (Kritik)

Ich kam sehr schwer rein in Mortal Engines. Alles war zu bunt, sah zu sehr nach Studio aus und ausnahmsweise gab es viel zu wenig Exposition über die Welt. Nach dem ersten Drittel nahm der Film aber Fahrt auf und es entstand sogar etwas Chemie zwischen den beiden jungen Protagonisten, auch wenn ich es etwas problematisch fand, dass der Film sich nicht entscheiden kann, aus welcher Perspektive er erzählt wird. Hera Hilmer ist super als die junge Frau, die nur auf Rache aus ist – leider ist es ein wichtiger Punkt ihrer Figur, dass sie durch eine Narbe entstellt ist, aber wie auch schon bei Ready Player One haben sie sich nicht getraut, sie tatsächlich zu entstellen. So ist sie eine schöne junge Frau, mit einer Narbe, die dauernd gesagt bekommt, wie hässlich sie ist. Oh Hollywood… An ihrer Seite spielt Robert Sheenan, der mir das erste mal in Misfits aufgefallen war. Als energetischer Typ mit einem sehr intensiven Blick passt er wunderbar in die Rolle des naiven, widerwilligen Helden. Also Antagonisten haben wir Hugo Weaving, der alles aus seiner schönen Stimme rausholt, dessen Motivation aber bis zum Schluss ein Rätsel bleibt.
Hier und da mit wunderschönen Bildern gespickt, konnten die Effekte leider nicht immer überzeugen. Ein Film über fahrende Städte sollte vor allem Größe erzählen und das gelingt ihm fast nie. Die Handlung ist absolut vorhersehbar und frei von jeglicher Überraschung, trotzdem läuft sie ganz gut vor sich hin und konnte mich mitunter auch mitreißen. Wie so oft bleibt am Ende die Frage stehen, ob man aus dem Material nicht noch viel mehr hätte machen können…

Mortal Engines (Kritik)

Hallo Welt!

Allgemein 7. Januar 2019

Nach diversen Anläufen und Jahren, versuche ich mal wieder einen Blog zu starten. Die sozialen Medien, allen voran Facebook, sind scheinbar auf dem absteigenden Ast. Selbst alte Lieblinge wie tumblr zensieren mittlerweile die Inhalte ihrer User, damit mehr Werbung geschaltet werden kann. Und so kam es, dass ich mich entschied, meine Fundstücke und Gedanken über meine eigene Seite zu verbreiten. Möge die Macht mit uns sein.